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Bilsenkraut

Pflanze: Hyoscyamus niger L.

Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Anwendung:

Alle Pflanzenteile enthalten Tropanalkaloide Hyoscyamin, Atropin und Scopolamin, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Acetylcholin aufheben (Parasympatholytika) und zusätzlich auf das Zentralnervensystem wirken. Dabei unterscheiden sich die Wirkungen der einzelnen Alkaloide und ihre therapeutische Breite, so dass heute überwiegend die Einzelsubstanzen als standardisierte Fertigarzneimittel (z.B. Scopolamin gegen Übelkeit und Erbrechen, Atropin zur Pupillenerweiterung bei augenärztlichen Untersuchungen, als Antidot gegen Vergiftungen mit Insektiziden, zur Narkosevorbeitung) eingesetzt werden. Da im Vergleich zur Tollkirsche der Gehalt an Scopolamin höher ist, stehen zentral sedierende Wirkungen im Vordergrund.
Die Pflanze und alle ihre Zubereitungen sind abgesehen von Präparaten zur äußerlichen Anwendung bzw. homöopathische Mitteln verschreibungspflichtig und nicht für die Selbstmedikation geeignet! (s. Hinweis).
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Stand: 16.02.2003

 
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