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Hanf, Cannabis

Pflanze: Cannabis sativa L.

Familie: Hanfgewächse (Cannabaceae)

Anwendung:

Für medizinische Zwecke interessant ist das Harz des Indischen Hanfes, das in Drüsenschuppen auf den weiblichen Blüten enthalten ist und aus etwa 60 verschieden als Cannabinoide bezeichnete Polyketiden, ätherischem Öl und Flavonoiden besteht. Cannabinoide besitzen im Organismus vielfältige Wirkungen, die über Cannabinoid-Rezeptoren vermittelt werden. Die körpereigenen Botenstoffe für dieses System werden als Anandamide bezeichnet und sind Abkömmlinge der Arachidonsäure.
Wie in vielen anderen Ländern auch ist der Indische Hanf in Deutschland illegal, d.h. die Pflanze darf nicht angebaut sowie alle Pflanzenteile (bis auf vorbehandelte Samen) dürfen nicht gehandelt oder auch zu medizinischen Zwecken verordnet werden. Eine Ausnahme bildet das Cannabinoid Δ9-Tetrahydrocannabinol, kurz THC genannt, das synthetisch hergestellt wird und unter den Namen Dronabinol rezeptiert werden kann. Dronabinol wird eingesetzt bei Übelkeit und Erbrechen bei Krebspatienten unter Chemotherapie, wenn andere Medikamente nicht wirksam sind und zur Behandlung von AIDS-Patienten, die wegen schwerer Appetitlosigkeit stark an Gewicht verlieren. Noch nicht abschließend beurteilt werden kann die Wirksamkeit von THC zur Behandlung von Muskelspasmen bei Multipler Sklerose, neuropathischen Schmerzen oder in der Glaukomtherapie.
Wegen der starken psychotropen Wirkungen der Cannabinoide ist der Indische Hanf in Form von Marihuana oder Haschisch als Rauschdroge in den meisten Ländern illegal. Typisch für den missbräuchlichen Gebrauch sind Euphorie, Antriebsminderung, Halluzinationen, Sedierung, Beeinträchtigung des Zeitgefühls, Kurzzeitgedächtnisses und der Fähigkeit, komplexe Aufgabenstellungen zu bewältigen. Die Fahrtüchtigkeit ist für mindestens 8 Stunden nach Gebrauch eingeschränkt. Ferner kommt es zu einer Absenkung der Körpertemperatur, Steigerung der Herzfrequenz und vermutlich zu einer Schwächung des Immunsystems.

Weitere Verwendungen:

Die Hanfpflanze wird industriell vielfältig genutzt. So lassen sich aus den Fasern nicht nur Textilien und Seile, sondern auch Papier und Dämmstoffe herstellen. Die Früchte dienen als Vogelfutter, der bei der Ölgewinnung zurückbleibende Pressrückstand als Tierfutter. Das fette Öl der Samen stellt ein hochwertiges Speiseöl dar und ist reich an Linol-, Linolen- und Ölsäure. Technisch wird das Öl auch zur Herstellung von Farben und Lacken verwendet.
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Stand: 13.08.2007

 
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