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Beschreibung - Aloe vera

Aloe vera

Die Curacao-Aloe bildet wie die Kap-Aloe dickfleischige, bis zu 50 cm lange Blätter in dichten Rosetten. Am Blattrand sitzen 2 mm große Zähne in regelmäßigen Abständen. Der Blütenstand kann bis zu 1 m hoch werden. Die gelben Blüten sitzen in Trauben. Der Saft der Blätter ist honigfarben. Je nach Herstellungsart gewinnt man aus dem Saft die als Abführmittel verwendete Aloe (Eindampfen des Blattsaftes) oder das vor allem in Kosmetikindustrie verwendete Aloe vera Gel (Auspressen und Abfiltrieren der geschälten Blätter). Alle wild wachsenden Aloe-Arten unterstehen dem Artenschutz!

Steckbrief Aloe vera

  • Pflanze : Aloe barbadensis Mill. = Aloe vera (L.) Burm. f.
  • Familie : Asphodelaceae Liliaceae (Liliengewächse)
  • Herkunft: Ursprünglich stammt Aloe wahrscheinlich aus dem Sudan und der arabischen Halbinsel. Heute findet man die Pflanze im gesamten südlichen Mittelmeergebiet, in Asien, Nordafrika und im Nahen Osten. Die Droge wird haupsächlich über Curacao exportiert und wird in Mitteleuropa praktisch nicht gehandelt.
  • Synonyme: Aloe, Curacao-Aloe, Barbados Aloe, Socotrine Aloe, Venezuela-Aloe, Zanzibar Aloe
  • Stand: 06.08.2000

 

Anwendung:

Eingedickter Aloe-Saft:
Zur kurdauernden Behandlung der Obstipation (Verstopfung): Der Saft enthält Dihydroxyanthracenderivate, die stark stimulierend auf den Dickdarm wirken und die Darmpassage beschleunigen. Dadurch kommt es zu einer Hemmung der Rückresorption von Wasser und Elektrolyten. Die Wirkung tritt nach 10 bis 12 Stunden ein! Die Bedeutung der anthrachinonhaltigen Abführmittel ist heutzutage stark eingeschränktund es gelten wie für die anderen anthrachinonhaltigen Pflanzen (z.B. Rhabarber, Faulbaum) spezielle Anwendungsbeschränkungen, da sie im Verdacht stehen, kanzerogene Wirkungen zu besitzen (s.Hinweise).

Aloe vera Gel:
Neuere, meist patentierte Herstellungsverfahren sollen die Herstellung eines Gels ermöglichen, das nahezu frei von Anthrachinonen ist. Das Gel enthält vor allem Wasser und Polysaccharide sowie andere Verbindungen, z.B. Salicylsäure, eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Substanz. Das Gel wird daher zur Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen, Verbrennungen und Sonnenbrand verwendet. In der Kosmetikindustrie wird das Gel vor allem als Feuchtigkeitsspender in Salben und Cremes eingesetzt.

In der Volksmedizin wird die innerliche Anwendung von Aloe vera Gel zur Behandlung verschiedener Erkrankungen empfohlen. Die Wirksamkeit und Sicherheit ist bisher jedoch nicht belegt, so dass eine innerliche Anwendung nicht empfohlen werden kann.

Dosierung:

Als Abführmittel:
Zur innerlichen Anwendung werden meist Zubereitungen verwendet, die der Apothekenpflicht unterliegen. Die individuell richtige Dosis entspricht der Menge, die ausreicht, einen weich geformten Stuhl zu erhalten. Als Einzeldosis wird eine Menge entsprechend 10 mg Hydroxyanthracen-Derivate abends eingenommen. Die maximale Tagesdosis beträgt der Menge entsprechend 40 mg Hydroxyanthracen-Derivate.

Äußerlich:
Das Gel wird drei bis fünf mal täglich großzügig auf die Haut aufgetragen. Das Gel muss frisch zubereitet oder ein entsprechend stabilisiertes, im Handel erhältliches Präparat verwendet werden.

Innerlich:
Keine Empfehlung möglich ( s. Hinweise).

Zubereitungen:

Die Aloe ist nur noch in wenigen Fertigarzneimitteln zur Behandlung der Verstopfung enthalten. Diese Mittel unterliegen der Apothekenpflicht.

Vereinzelt werden sie noch als Bittermittel verwendet.

Das Aloe vera Gel wird sehr häufig in der Kosmetikindustrie als Zusatz zu Salben, Cremes, After Sun Lotionen usw. eingesetzt.



Hinweise:

Nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit oder während der Menstruation anwenden!

Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden!

Nicht anwenden bei Nierenerkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen, Darmverschluss oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache!

Nur anwenden, wenn die Verstopfung auf andere Maßnahmen, z.B. Ernährungsumstellung, Einnahme von Quellmitteln wie z.B. Leinsamen , nicht anspricht!

Nicht in höheren Dosen oder länger als eine Woche anwenden!
Eine Anwendung in höherer Dosierung oder über längere Zeit bewirkt eine Störung des Elektrolythaushalts führt insbesondere zu Kaliumverlusten. Ein Kaliummangel führt wiederum zur Obstipation, so dass eine Abhängigkeit entstehen kann. Anthrachinone stehen außerdem im Verdacht, krebserzeugend zu wirken.

Bei anhaltender Verstopfung oder Stuhlunregelmäßigkeiten oder unklaren Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ist eine Abklärung der Ursachen durch einen Arzt erforderlich! Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden bei Einnahme anderer Arzneimittel, die zu Kaliumverlusten führen können, wie z.B. Diuretika, Cortisonpräparate, süßholzwurzelhaltigen Arznei- oder Lebensmittel (Lakritze) oder von Arzneimitteln, bei denen ein Kaliumverlust schwere gesundheitliche Folgen haben kann, wie z.B. die Einnahme von herzwirksamen Glykosiden zur Behandlung einer Herzinsuffizienz oder von Medikamenten zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Insbesondere bei höherer Dosierung kann es zu krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Während der Behandlung kann eine Rotfärbung des Harns auftreten, die jedoch unbedenklich ist.

Gel:
Nicht während der ersten Wochen auf der Haut anwenden nach einer Dermabrasion oder chemischen Peeling!

Aloe vera Gel sollte nicht innerlich angewendet werden, da die Wirksamkeit nicht belegt ist und es möglicherweise Anthrachinonverbindungen enthalten kann.
In Einzelfällen kann es zu Überempfindlichkeiten (Allergien) kommen. Personen, bei denen eine Überempfindlichkeit gegenüber Liliaceen-Arten bekannt ist, sollten Aloe vera nicht anwenden.