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Beschreibung - Arnika, Echte

Arnika, Echte

Diese krautige Staude, an deren 40 cm bis 60 cm hohem, behaartem Stängel eine große, leuchtend gold- bis orangegelbe Blüte sitzt, war früher auf sonnigen Wiesen bis in 2000 m Höhe weit verbreitet. Heute steht Arnika unter Naturschutz. Inzwischen ist jedoch die Kultivierung von Arnica montana gelungen, so dass die zwischenzeitlich verwendete Pflanze, die nordamerikanische Wiesenarnika (Arnica chamissonis Less ssp. foliosa (Nutt.) Mag.), vom Arzneibuch nicht mehr zugelassen ist. Medizinisch verwendet werden die getrockneten Blütenstände bzw. Blütenkörbchen.

Steckbrief Arnika, Echte

  • Pflanze : Arnica montana L.
  • Familie : Korblütengewächse (Asteraceae = Compositae)
  • Herkunft: Wildvorkommen in Europa bis Südrußland. Hauptlieferländer sind u.a. Spanien, Italien und die Schweiz.
  • Synonyme: Bergdotterblume, Bergwohlverleih, Engelkraut, Fallkraut, Johannisblume, Kraftrose, Kraftwurz, St.-Luzianskraut, Stichwurzel, Wohlverleih, Wundkraut
  • Stand: 01.05.2006

 

Anwendung:

 

  • stumpfe Verletzungen, wie Prellungen, Verstauchungen, Blutergüsse
  • oberflächliche Venenentzündungen
  • rheumatische Beschwerden
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Insektenstiche 

Wirkung ist wissenschaftlich teilweise fraglich

Arnikablüten enthalten neben ätherischem Öl und Flavonoiden Sesquiterpenlactone vom Helenalintyp, die entzündungshemmend, abschwellend und antiseptisch (keimfrei, antibakteriell) wirken. Auszüge aus Arnikablüten werden äußerlich bei stumpfen Verletzungen, z.B. Prellungen, Blutergüssen und Verstauchungen, oberflächlichen Venenentzündungen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, rheumatischen Beschwerden und zur Behandlung von Entzündungen nach Insektenstichen angewandt. Obwohl eine Wirksamkeit aufgrund der Inhaltsstoffe plausibel ist, gibt es keine klinischen Studien, die dies beweisen könnten.

Aufgrund der z.T. toxisch wirkenden Inhaltsstoffe muss von einer innerlichen Anwendung abgeraten werden. Insbesondere bei längerer Anwendung oder bei entsprechend sensibilisierten Personen können durch Arnika selbst Hautausschläge hervorgerufen werden (s. Hinweis).
Auszüge aus Arnika finden sich auch als Zusatz in Haarwässern, Zahncremes und anderen kosmetischen Produkten. Aufgrund des sensibilisierenden Potentials, sollten kosmetische Präparate nicht unkritisch verwendet werden. 

 

Dosierung:

 

  • Aufguss für Umschläge:
    4 Teelöffel getrocknete Arnikablüten (etwa 2 g) werden mit ca. 100 ml siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Nach dem Abkühlen für Umschläge verwenden.
  • Tinktur:
    Für Umschlage: Tinktur 3- bis 10fach mit Wasser verdünnt.
    Für Mundspülungen: Tinktur 10fach verdünnt.
  • Salben:
    mit max. 20 - 25 Prozent Tinktur.
    mit max. 15 Prozent "Arnika-Öl".
  • Arnika-Öl:
    Auszug aus 1 Teil Droge und 5 Teilen fettem Pflanzenöl.

 

Zubereitungen:

 

Es gibt eine Fülle von Zubereitungen, die Auszüge aus Arnikablüten alleine oder in Kombination mit anderen Stoffen enthalten in Form von Salben, Tinkturen oder Gurgelmittel zur Behandlung von stumpfen Verletzungen und oberflächlichen Entzündungen. Die innerliche Anwendung ist nur für homöopathische Verdünnungen empfehlenswert.

Hinweise:

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Arnika oder anderen Korbblütengewächsen (z.B. Kamille, Ringelblume, Schafgarbe)!
Arnikaextrakte können Allergien auslösen, die sich in einem Hautausschlag mit Juckreiz und Bläschenbildung äußert.

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
Es ist nicht geklärt, inwieweit auch bei äußerlicher Anwendung toxische Inhaltsstoffe in den Organismus aufgenommen werden.

Nicht über längere Zeit oder in höherer Dosierung anwenden!

Bei längerer Anwendung oder bei Anwendung konzentrierter Zubereitungen (z.B. unverdünnte Tinkturen) kann es durch direkt toxisch wirkende Inhaltsstoffe (Helenalide) zu Hautausschlägen bis hin zu Geschwüren kommen.
Wenn durch die Behandlung keine Besserung eintritt oder womöglich sogar die Beschwerden verschlimmert werden, sollte die Behandlung abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden!

Zubereitungen aus Arnikablüten nur äußerlich auf intakter Haut anwenden!

Die Einnahme kann infolge örtlicher Reizwirkung am Magen-Darm-Trakt zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Die Inhaltsstoffe wirken kardiotoxisch. Eine Vergiftung ist gekennzeichnet durch Schwindel, Benommenheit, Herzklopfen, erhöhte Körpertemperatur und kann infolge eines Herz-Kreislaufversagens zum Tode führen.

Die Einnahme homöopathisch verdünnter Zubereitungen ist unbedenklich.