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Beschreibung - Beinwell

Beinwell

Der Beinwell ist eine mehrjährige, borstig behaarte, bis zu 1,5 m hoch wachsende Staude. Die glockenförmigen Blüten sind rotviolett oder gelblichweiß gefärbt. Früher in der Volksmedizin sehr beliebt, ist die Verwendung des Beinwells jedoch aufgrund seiner toxischen Inhaltsstoffen (s.Hinweise) heute nur auf die äußerliche Anwendung beschränkt. Medizinisch verwendet werden das Kraut und die frische oder getrocknete Wurzel.

Steckbrief Beinwell

  • Pflanze : Symphytum officinale L.
  • Familie : Borretschgewächse, Rauhaargewächse (Boraginaceae)
  • Herkunft: Die Pflanze ist in fast ganz Europa beheimatet. Exportländer der Droge sind Bulgarien, Polen, Rumänien und Ungarn.
  • Synonyme: Milchwurzel, Schadheilwurzel, Schwarzwurz, Wallwurz, Wundallheil
  • Stand: 27.10.2000

 

Anwendung:

 

Wurzel und Kraut des Beinwells sind reich an Schleimstoffen, das die Wundheilung und Geweberegeneration fördernde Allantoin und Gerbstoffen. Für die Blätter ist eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung im Tierversuch nachgewiesen worden, die auf die in den Blättern enthaltene Rosmarinsäure zurückgeführt wird. Zubereitungen aus Beinwell werden daher bei stumpfen Verletzungen, wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen angewandt. Die äußere Anwendung soll auch die Heilung von Knochenbrüchen unterstützen.

Alle Pflanzenteile enthalten z.T. beträchtliche Mengen an toxischen Pyrrolizidinalkaloiden (s. Hinweise), daher sollten Zubereitungen des Beinwells nur äußerlich auf unverletzter Haut angewendet werden. 

 

Dosierung:

 

Da der Gehalt an toxischen Pyrrolizidinalkaloiden von Pflanze zu Pflanze stark schwanken kann, sollten nur Fertigarzneimittel in Form von Salben, Pasten oder anderen äußerlich anzuwendenden Zubereitungen verwendet werden. Für diese Zubereitungen ist ein Höchstgehalt an Pyrrolizidinalkaloiden vorgeschrieben, wobei die Tagesmenge 0.1 mg nicht überschreiten darf. Die in der Packungsbeilage genannte Dosierungsempfehlung darf nicht überschritten werden!

 

Zubereitungen:

 

Es sind zahlreiche äußerlich anzuwendende Präparate (Salben, Pasten) zur Behandlung von stumpfen Verletzungen und rheumatischen Erkrankungen im Handel.

 

Hinweise:

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
Auch die Anwendung auf intakter Haut sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Nicht bei verletzter Haut anwenden!
Bei entzündeter oder verletzter Haut kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pyrrolizidinalkaloide aufgenommen werden.

Nicht innerlich anwenden!

Nicht länger als 4 bis 6 Wochen pro Jahr anwenden!
Der Beinwell enthält in allen Pflanzenteilen toxische ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide, die sich in Langzeituntersuchungen als lebertoxisch, kanzerogen und mutagen erwiesen haben. Diese Verbindungen stehen auch im Verdacht, bei Langzeitanwendung Venenthrombosen fördern zu können. Daher ist von einer innerlich Einnahme dieser Verbindungen abzusehen.