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Beschreibung - Bockshornklee

Bockshornklee

Der Bockshornklee ist ein einjähriges, bis zu 50 cm hoch wachsendes Kraut mit einem kräftigen, aufrecht oder niederliegenden Stängel. Die blassgelben Schmetterlingsblüten stehen einzeln oder zu zweit in den Blattachseln. Die abstehende, bis zu 20 cm lange Hülsenfrucht beinhaltet 4 bis 20 flachgedrückte Samen, die durch eine tiefe Furche in ungleiche Hälften geteilt sind. Die getrockneten Samen sind sehr hart.

Medizinisch verwendet werden die reifen, getrockneten Samen.

Steckbrief Bockshornklee

  • Pflanze : Trigonella foenum-graecum L.
  • Familie : Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae = Leguminosae)
  • Herkunft: Die Pflanze stammt aus China, Indien, Ukraine und dem Mittelmeergebiet. Eingeführt wird die Droge aus China, Indien, Marokko und der Türkei.
  • Synonyme: Griechisches Heu, Heusamen, Kuhbohnen, Kuhhornklee, Kuhhornsamen, Rehkörner, Ziegenhornklee, Ziegensamen
  • Stand: 15.04.2002

 

Anwedung:

 

Bockshornkleesamen enthält Schleimstoffe, Proteine, freie Aminosäuren, darunter 4-Hydroxy-Isoleucin, Proteinaseinhibitoren, Fette, Sterole, Steroidsaponine und das Nicotinsäurederivat Trigonellin sowie die Spurenlemente Selen und Chrom.

Bockshornkleesamen hat blutzucker- und cholesterinsenkende Wirkungen, wobei der Wirkungsmechanismus und eine geeignete Dosierungsempfehlung noch unklar sind. Auch zur Verträglichkeit bei einer Anwendung über längere Zeit liegen noch kaum Daten vor. Als toxisches Prinzip kommen die Saponine und die Proteinaseinhibitoren in Frage. Daher kann hier die Anwendung nicht empfohlen werden.

Verwendet wird der Bockshornkleesamen innerlich eingenommen zur Anregung des Appetits und äußerlich zur Behandlung von Entzündungen der Haut wie Ekzemen oder Furunkeln. Volksmedizinisch wird Bockshornsamen zur Anregung der Milchbildung während der Stillzeit empfohlen. Für die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit gibt es allerdings keine Belege.

Im arabischen und asiatischem Raum wird Bockshornkleesamen als Bestandteil von Currygewürzen, die jungen Triebe der Pflanze als Gemüse benutzt.

 

Dosierung:

 

Zur Anregung des Appetits:
Ein halber Teelöffel (etwa 2 g) zerkleinerter, getrockneter Bockshornkleesamen wird drei mal täglich vor den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit eingenommen. Alternativ kann auch ein Kaltwasserauszug bereitet werden: Dazu setzt man den Samen mit kaltem Wasser an und seiht nach drei Stunden ab.

Äußerliche Anwendung:
50 g gepulverter Bockshornkleesamen werden mit 250 ml Wasser 5 Minuten lang gekocht bis ein Brei entsteht. Mit dem leicht abgekühlten Brei einen feucht-warmen Umschlag machen.

 

Zubereitungen:

 

Bockshornkleesamen ist in wenigen Arzneimitteln aus der Gruppe der Magen-Darmmittel enthalten.

 

Hinweise:

Innerliche Anwendung:
Nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
Da in der medizinische Verwendung Bockshornkleesamen oft als Kaltwasserauszug verwendet wird, werden die Proteinasen nicht durch Hitze inaktiviert. Zur Stabilität und Toxizität dieser Verbindungen liegen keine Daten vor.

Nicht ohne ärztlichen Rat länger als eine Woche anwenden!
Bei länger anhaltenden oder immer wieder auftretenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Diabetiker sollten Bockshornkleesamen nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen!
Bockshornkleesamen kann den Blutzuckerspiegel senken, so dass eine engmaschige Kontrolle notwendig wird.

Äußerliche Anwendung:
Bei wiederholter Anwendung von Breiumschlägen können unerwünschte Hautreaktionen auftreten.