Das neue Heilpflanzen-Lexikon - über 235 Monographien aktualisiert

Beschreibung - Borretsch, Einjähriger

Borretsch, Einjähriger

Die einjährige, bis 60 cm hoch wachsende Pflanze ist borstig behaart und besitzt einen gurkenähnlichen Geschmack und Geruch. Die sternenförmigen Blüten sind himmelblau, selten weiß. Die wechselständigen Blätter werden bis zu 20 cm lang und 7 cm breit. Die Blüten und das Kraut enthalten lebertoxische Alkaloide und sollten daher, wenn überhaupt, nur sparsam verwendet werden (s. Hinweis). Das aus den Samen gewonnene fette Öl wird wegen des hohen Gehaltes an ungesättigten Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.

Steckbrief Borretsch, Einjähriger

  • Pflanze : Borago officinalis L.
  • Familie : Borretschgewächse, Rauhaargewächse (Boraginaceae)
  • Herkunft: Die Heimat des Borretsch ist das Mittelmeergebiet. Mittlerweile ist er auch in Europa und den USA verbreitet.
  • Synonyme: Borasch, Boretsch, Gurkenkraut, Porich, Wohlgemutkraut
  • Stand: 22.05.2003

 

Anwendung:

 

Borretschblüten und -kraut enthalten Gerbstoffe, lösliche Kieselsäure und Schleimstoffe und wurden daher in der Volksmedizin bei Entzündungen der Atemwege, Harnverhalt und Durchfall eingesetzt. Da der Gehalt an lebertoxischen Pyrrolizidinalkaloiden recht hoch sein kann und eine Wirksamkeit des Borretsch bei den o.g. Anwendungsgebieten nicht belegt ist, wird von einer medizinischen Verwendung abgeraten. Auch als Küchengewürz sollte Borretsch nur gelegentlich und sparsam eingesetzt werden (s. Hinweis). Zum Würzen sollten nur die frischen, jungen Blätter oder die Blüten verwendet werden, da Borretsch beim Trocknen rasch an Aroma verliert. Es empfiehlt sich, die Blätter wegen der rauen Haare klein zu hacken.

Das aus den Samen gewonnene Öl dagegen ist praktisch frei von den schädlichen Alkaloiden, sofern es durch Kaltpressung gewonnen wurde. Der Anteil an gamma-Linolensäure beträgt 20% und übertrifft damit sogar das Nachtkerzenöl. Zubereitungen aus Borretschsamenöl werden als Nahrungsergänzungsmittel innerlich und/oder äußerlich bei Hauttrockenheit, atopischem Ekzem (Neurodermitis) und innerlich bei rheumatoider Arthritis bzw. anderen Krankheitsbildern, die mit einem Mangel an gamma-Linolensäure in Zusammenhang gebracht werden, empfohlen. Eine Zulassung als Arzneimittel besteht jedoch nicht.

 

Dosierung:

 

  • Innerlich:
    1 - 2 g bis zu drei mal täglich, entsprechend 250 bis 1500 mg gamma-Linolensäure täglich. Die Einnahme sollte ohne Anraten des Arztes nicht über längere Zeiträume (mehrere Wochen) erfolgen! ( s. Hinweise).

  • Äußerlich:
    Salben mit einem Gehalt an 3% bis 10% Borretschsamenöl: zwei mal täglich bzw, nach Gebrauchsinformation des Präparates.

 

Zubereitungen:

 

Borretschsamenöl ist Bestandteil einiger Vitaminpräparate und als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.

 

Hinweise:

Nicht in der Schwangerschaft und während der Stillzeit anwenden!

Nicht ohne Anraten des Arztes über einen längeren Zeitraum anwenden!
Borretschkraut und -blüten enthalten Pyrrolizidinalkaloide, die nachweislich leberschädigend und krebserzeugend wirken. Daher ist die medizinische Verwendung von Borretsch nicht vertretbar. Die Verwendung als Küchengewürz sollte, wenn überhaupt, nur sehr sparsam erfolgen.

Borretschsamenöl:
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Borretschsamenöl geringe Mengen an diesen Pyrrolizidinalkaloiden enthält. Bei langdauernder Einnahme, z.B. zur Nahrungsergänzung, könnten jedoch auch diese geringen Mengen zu Schädigungen führen und es ist daher sinnvoll, zuvor Rücksprache mit seinem Arzt zu halten.

Wechselwirkungen:
Borretschsamenöl sollte nicht angewendet von Personen, die mit blutgerinnungshemmenden Mitteln behandelt werden oder Arzneimittel einnehmen, die die Krampfschwelle herabsetzen können. Auch Personen mit Anfallsleiden sollten ebenfalls Borretschsamenöl meiden.