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Beschreibung - Cayennepfeffer, Chilli

Cayennepfeffer, Chilli

Der Cayennepfeffer ist ein bis zu 1 m hoch wachsender Halbstrauch. Die Blätter sind länglich-oval, die Blüten schmutzig-weiß. Medizinisch verwendet werden die reifen, getrockneten Früchte, die kräftig orang bis rot gefärbt sind, von Capsicum frutescens L. und anderer Capsicum-Arten, die scharf schmeckende Schoten bilden.

Die Früchte milder schmeckender Arten werden zur Herstellung von Paprika verwendet.

Steckbrief Cayennepfeffer, Chilli

  • Pflanze : Capsicum frutescens L. s.l.
  • Familie : Nachtschattengewächse (Solanaceae)
  • Herkunft: Die Pflanze ist in Südamerika beheimatet. Die Droge wird hauptsächlich aus Afrika importiert.
  • Synonyme: Chilli, Paprika, Tabasco
  • Stand: 13.07.2001

 

Anwendung:

 

Der wertbestimmende Anteil der Inhaltstoffe, sind die Capsaicinoide, darunter das Capsaicin, die für den scharfen Geschmack verantwortlich sind. Die Scharfstoffe erregen auch die Schmerz- und Wärmerezeptoren der Haut und Schleimhaut und bewirken dadurch eine gesteigerte Durchblutung. Dieser Effekt wird zur äußerlichen Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen im Schulter-Arm-Bereich sowie im Bereich der Wirbelsäure ausgenützt. Aufgrund der starken Reizwirkung wird die Anwendungsdauer auf 2 Tage beschränkt, eine Wiederholung auf den gleichen Hautbezirken darf frühestens nach 14 Tagen erfolgen. (s. Hinweise).

Capsaicinhaltige Salben können auch bei der Behandlung von Neuralgien, z.B. wie sie nach Gürtelrose häufig auftreten, erfolgreich sein. Hierzu wird die Salbe über mehrere Tage aufgetragen, wobei nach anfänglicher Zunahme der Schmerzen eine Abnahme beobachtet wurde. Da bei einer chronischen Anwendung aber nicht ausgeschlossen werden kann, dass Nerven geschädigt werden, unterliegen diese Salben der Verschreibungspflicht und dürfen nur auf ärztliche Verordnung hin verwendet werden.

Cayennepfeffer sollte innerlich nicht zu medizinischen Zwecken eingenommen werden, die Verwendung als Gewürz erscheint jedoch unbedenklich.

Da Cayennepfeffer selbst in geringen Mengen eine sehr starke Reizwirkung auf Schleimhäute und Augen hat, wird es auch zur Herstellung von Sprays zur Selbstverteidigung verwendet.

 

Dosierung:

 

Da Zubereitungen aus dem Cayennepfeffer nur zur äußerlichen Anwendung bestimmt sind, empfiehlt es sich, auf im Handel erhältliche Fertigpräparate zurückzugreifen. Ebenso können Präparate verwendet werden, die Nonivamid, das sog. „synthetische Capsaicin“, enthalten.

 

Zubereitungen:

 

Zubereitungen aus Cayennepfeffer oder dem synthetischen Ersatz Nonivamid sind in Form von Salben, Cremes und Pflastern im Handel erhältlich.

 

Hinweise:

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Paprika!
Capsaicinhaltige Zubereitungen können bei empfindlichen Personen Allergien auslösen.

Nicht anwenden bei Kindern unter 6 Jahren!

Nur auf unverletzter Haut anwenden!

Keine zusätzliche Wärmeanwendung!

Nicht länger als 2 Tage anwenden. Eine Wiederholung der Anwendung auf den gleichen Hautbezirken ist frühestens nach 14 Tagen möglich!

Die äußerliche Anwendung insbesondere hoch konzentrierter Präparate über längere Zeit kann zur Schädigung von Nerven führen. Den Kontakt der Präparate mit Schleimhaut oder Augen ist zu vermeiden, nach der Anwendung sollten die Hände gründlich gewaschen werden!