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Beschreibung - Germer

Germer

Giftpflanze! Der Weiße Germer ist auch unter dem Namen Weiße Nieswurz bekannt und wächst auf feuchten Wiesen in ganz Europa. Die krautige Pflanze wird bis zu 1,5 m hoch und ihre gelblich-grünen Blüten stehen in 30 bis 60 cm langen Rispen. Alle Pflanzenteile des Weißen Germers sind giftig. Heute werden Zubereitungen aus der Pflanze nur noch in der Homöopathie verwendet. Da es immer wieder zu Vergiftungen vor allem bei Kindern kommt, wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit empfohlen, giftige Pflanzen nicht in Anlagen wachsen zu lassen, die Kindern leicht zugänglich sind.

Steckbrief Germer

  • Pflanze : Veratrum album L.
  • Familie : Liliengewächse (Liliaceae)
  • Herkunft: Das Verbreitungsgebiet umfasst die Alpen und deren Vorland, den Apennin und Osteuropa. In Österreich hat die Pflanze einen hohen Verbreitungsgrad.
  • Synonyme: Nieswurz, Weiße
  • Stand: 09.12.2000

 

Anwendung:

 

Der Weiße Germer enthält stark giftige Steroidalkaloide in allen Pflanzenteilen, wobei die Menge stark von Jahreszeit, Witterung und Standort abhängt. Diese Alkaloide wirken schädigend auf sensorische Nerven und können auch durch die intakte Haut aufgenommen werden. Daher sollte man auch den Kontakt mit der Haut meiden (s. Hinweise).

Heutzutage werden Zubereitungen aus dem Rhizom des Weißen Germers nur noch in der Homöopathie, z.B. bei Neuralgien eingesetzt.

 

Dosierung:

 

Streng nach Anordnung des Arztes!

 

Zubereitungen:

 

Homöopathische Zubereitungen. Pflanzenauszüge zur Schädlingsbekämpfung.

 

Hinweise:

 

Stark giftig!

Den Kontakt der Pflanze mit der Haut und die Einnahme von Pflanzenteilen vermeiden! Nach Kontakt mit der Pflanze entsprechende Hautareale mit kaltem Wasser spülen, danach mit Seife waschen. Im Zweifelsfall wenden sie sich an den Giftnotruf.

Die Alkaloide des Weißen Germers wirken stark reizend auf Haut und Schleimhäute und schädigen die sensorischen Nerven, die zu Missempfindungen führen können. Bei Aufnahme durch den Mund kommt es zu Brennen und vermehrtem Speichelfluss gefolgt von Erbrechen und Durchfall. Weiterhin zeigen sich Schwindel, Kopfschmerzen, Muskelzuckungen, Zittern und Kältegefühl. Später äußert sich die Wirkung in Wadenkrämpfen und Schwierigkeiten beim Sprechen, da es zu Empfindungsstörungen an der Zunge kommt. Der Tod kann durch Herzversagen oder Atemlähmung eintreten.