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Beschreibung - Petersilie

Petersilie

Die zweijährige Pflanze bildet erst im zweiten Jahr Stängel und die kleinen, in Doppeldolden sitzenden Blüten aus. Von der Petersilie werden zwei Unterarten unterschieden, die Blattpetersilie (ssp. crispum) mit einer glatten oder krausen Blattform und die Wurzelpetersilie (ssp. tuberosum). Die kleinen, graubraunen Früchte sind ei- bis birnenförmig und haben 5 strohgelbe Rippen. 

Verwendet werden die Blätter, die Wurzel und die Früchte.

Steckbrief Petersilie

  • Pflanze : Petroselinum crispum (MILL.) NYM. ex A.W. HILL
  • Familie : Doldengewächse (Apiaceae = Umbelliferae)
  • Herkunft: Die Heimat der Petersilie wird im Mittelmeergebiet vermutet.
  • Synonyme: Bittersilche, Gartenpetersilie, Gartenteppich, Peterchen, Peterlein, Peterling, Petersihjlien, Petersillig
  • Stand: 19.03.2002

 

Anwendung:

 

Alle Pflanzenteilen enthalten ätherisches Öl, mit den Bestandteilen Myristicin, Apiol und Allyltetramethoxybenzol, Flavonoide und Cumarine. Die Früchte zudem noch fettes Öl mit Petroselinsäure als vorherrschende Fettsäure, die Wurzel wie viele Vertreter der Apiaceen Polyacetylene, das Kraut Vitamine und Mineralstoffe. Die verschiedenen Unterarten unterscheiden sich in der Zusammensetzung des ätherischen Öls ihrer Früchte: Die Blattpetersilie mit krausen Blättern enthält meist vorwiegend Myristicin, die Rasse mit glatten Blättern Myristicin und Apiol in etwa gleichen Anteilen und die Wurzelpetersilie überwiegend Apiol. 

Aufgrund des Gehalts an ätherischem Öl und Flavonoiden werden Zubereitungen aus der Wurzel oder dem Kraut zur Durchspülungstherapie der Nieren bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege und zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengries verwendet. Petersilienfrüchte oder Petersilienfruchtöl sollten jedoch nicht angewandt werden, da aufgrund ihres hohen Gehalts an ätherischem Öl unerwünschte Wirkungen nicht ausgeschlossen werden können (s. Hinweise). 

Petersilienkraut und -wurzel dienen vielfach zum Würzen von Speisen. Die dabei üblich verwendeten Mengen gelten als unbedenklich. 

Petersilienfruchtöl wird in der Lebensmittelindustrie zum Würzen und Aromatisierung von Fertiggerichten verwendet.

 

Dosierung:

 

Tee:

2 g getrocknete Petersilienwurzel oder -kraut werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen, abgedeckt 10 bis 15 Minuten stehen gelassen und abgeseiht. Zwei bis drei mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken.

 

Zubereitungen:

 

Extrakte aus der Petersilienwurzel oder -kraut sind Bestandteil einiger Präparate aus der Gruppe der Urologika.

 

Hinweise:   

 

  • Die Verwendung von Petersilienkraut oder -wurzel als Gewürz ist unbedenklich.

    Für aus medizinischen Gründen verwendete Zubereitungen ist zu beachten:
  • Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden! 
  • Nicht anwenden bei durch Herz- oder Nierenerkrankungen hervorgerufenen Ödemen!
    Diese Beschwerden bedürfen einer Behandlung durch den Arzt.
  • Während der Behandlung ausreichend Flüssigkeit (keine koffeinhaltigen oder alkoholischen Getränke) zu sich nehmen! 
  • Nicht in höherer Dosierung oder über längere Zeit anwenden!
    Die wassertreibende Wirkung der Petersilie kommt vermutlich über eine nierenreizende Wirkung des ätherischen Öls zustande. In höherer Dosierung wurde eine verminderte Harnausscheidung, Nierenschäden und Rhythmusstörungen des Herzens beobachtet. Hohe Dosen können zu Leberschäden, Blutbildungsstörungen und Schäden im Magen-Darm-Trakt führen. 

    In seltenen Fällen sind allergische Hautreaktionen möglich. Eine Anwendung auf der Haut kann insbesondere bei hellhäutigen Personen in Verbindung mit Sonnenlicht Hautausschläge entstehen (phototoxische Reaktion).