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Beschreibung - Pfefferminze

Pfefferminze

Die Pfefferminze ist eine Kreuzung aus Bachminze (M. aquatica) und Krauseminze (M. spicata) und kann sortenrein nur durch Ausläufer oder Stecklinge vermehrt werden. Weiterhin unterscheidet man dunkelgrüne und hellgrüne Typen. Am bedeutendsten ist heute noch die in England entwickelte Sorte „Mitcham“. 

Die Pflanze wird 50 cm bis 90 cm hoch, der meist kahle Stängel ist häufig violett unterlaufen und die Blätter duften beim Zerreiben charakteristisch nach Menthol. Die in Scheinähren stehenden Blüten sind blassrot bis violett gefärbt. 

Medizinisch verwendet werden die Blätter und das daraus gewonnene ätherische Öl. Sog. Minzöle wie z.B. das Japanische Pfefferminzöl, zeichnen sich durch einen hohen Mentholgehalt aus und werden aus in China, Indien und Brasilien kultivierten Subspezies der Ackerminze (Mentha arvensis var. piperascens oder var. glabrata) gewonnen.

Steckbrief Pfefferminze

  • Pflanze : Mentha x piperita L.
  • Familie : Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Herkunft: Die Pfefferminze ist in Europa und Nordamerika weit verbreitet und meist kultiviert. Hauptimportländer sind Bayern und Thüringen. Weitere wichtige Länder für den Drogenimport sind derzeit Spanien, Griechenland und Bulgarien.
  • Synonyme: Katzenkraut, Mutterkraut, Prominzen, Schmecker
  • Stand: 24.07.2005

 

Anwendung: 

 

  • Verdauungsbeschwerden, Blähungen (innerlich)
  • Gallenbeschwerden (innerlich)
  • Reizdarmsyndrom (innerlich)
  • Spannungskopfschmerz (äußerlich)
  • Mundschleimhautentzündung (äußerlich)
  • Erkältungskrankheiten, Schnupfen (äußerlich)
  • Muskel-, Nervenschmerzen (äußerlich)

 

Pfefferminzblätter enthalten ein ätherisches Öl, dessen Zusammensetzung stark vom Entwicklungstand der Blätter bei der Ernte abhängt. Als Hauptbestandteile sind Menthol, Menthon und Menthylacetat zu nennen. Ferner enthält die Pflanze Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren und Flavonoide. 

Pfefferminzblätter und das ätherische Öl besitzen eine krampflösende und blähungstreibende Wirkung und führt zu einer beträchtlichen Steigerung der Gallensekretion. Ferner ist eine antiseptische Wirkung beschrieben. Pfefferminztee eignet sich daher zur Behandlung von krampfartigen Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Verdauungsbeschwerden und Blähungen. 

Das insgesamt stärker wirkende Pfefferminzöl wird auch äußerlich zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen, bei Muskel- und Nervenschmerzen, Mundschleimhautentzündungen und Erkältungskrankheiten verwendet. Innerlich findet es meist in Kombination mit anderen Pflanzenauszügen beim Reizdarmsyndrom Anwendung. Pfefferminzöl selbst besitzt keine abschwellende Wirkung auf die Nasenschleimhaut, jedoch wird bei Schnupfen das Gefühl einer besseren Nasenatmung vermittelt, was vermutlich auf die kühlende Wirkung des Menthols zurückzuführen ist. 

Zubereitungen aus der Pfefferminze werden weit verbreitet auch in kosmetischen Präparaten (Zahnpasten, Mundwässer, Körperpflegeprodukte) und als Geschmackskorrigens oder Gewürz in der Lebensmittel- und Süßwarenindustrie eingesetzt. Pfefferminztee eignet sich auch als erfrischendes Getränk.

 

Dosierung:

 

Tee:

Ein Esslöffel (ca. 1,5 g) getrocknete und zerkleinerte Pfefferminzblätter werden mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen, abgedeckt und nach 10 Minuten abgeseiht. 3 bis 4 mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee warm zwischen den Mahlzeiten trinken. Für medizinische Zwecke sollte nur Tee verwendet werden, dessen Qualität dem Arzneibuch entspricht.

Pfefferminzöl:

Innerlich: 

mittlere Tagesdosis 6 bis 12 Tropfen zur Inhalation 3 bis 4 Tropfen in heißes Wasser geben 

Äußerlich: 

2 bis 4 mal täglich einige Tropfen auf der betroffenen Hautstelle einreiben

 

Zubereitungen:

 

Die Pfefferminze ist Bestandteil vieler Fertigpräparate und Teemischungen aus der Gruppe der Magen-, Darm- und Gallemittel, ferner von äußerlich anzuwendenden Präparaten.

 

Hinweise:   

 

  • Mentholhaltige Präparate bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Hals- und Gesichtsbereich oder zur Inhalation anwenden! 
  • Nicht anwenden bei gastroösophagaler Refluxkrankheit oder Sodbrennen! 
    Durch die entspannende Wirkung auf die Muskulatur des Magen-Darm-Trakts kann vermehrt säurehaltiger Magensaft in die Speiseröhre vordringen.
  • Personen mit Gallenstein- oder Lebererkrankungen sollten vor der Anwendung ihren Arzt befragen!
    Durch die Förderung der Gallensekretion können Koliken ausgelöst werden.
  • Das ätherische Öl nicht auf verletzte Haut oder im Augenbereich auftragen! 
  • Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche anhalten oder immer wiederkehren, sollte ein Arzt zur Abklärung der Ursachen zu Rate gezogen werden.
    Selten können allergische Reaktionen auftreten.