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Beschreibung - Steinklee

Steinklee

Der Echte oder Gelbe Steinklee ist ein etwa 80 cm hoch wachsendes, zweijähriges Kraut und bevorzugt, wie der Name schon sagt, steinige Standorte. Medizinisch verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile vom Echtem Steinklee, aber auch das Kraut vom Hohen Steinklee (Melilotus altissima Thuill.), der auf eher feuchten Plätzen (Wiesen) zu finden ist. Beide Pflanzen setzen beim Trocknen Cumarin frei und duften dann wie Heu oder Waldmeister.

Steckbrief Steinklee

  • Pflanze : Melilotus officinalis (L.) Pall.
  • Familie : Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae = Leguminosae)
  • Herkunft: Die Heimat des Steinklee ist Europa und Asien. Eingeführt wird die Droge aus dem osteuropäischen Raum.
  • Synonyme: Bärenklee, Honigklee, Malottenkraut, Melotenkraut, Mottenklee, Schottenklee
  • Stand: 13.08.2000

 

Anwendung:

 

Das Steinkleekraut enthält Cumaringlykoside, aus denen beim Trocknungsvorgang Cumarin freigesetzt wird, sowie Flavonoide und Saponine. Diese Stoffe sollen eine Veresserung der Blut- und Lymphströmung bewirken.

Innerlich:

Als Tee wird Steinkleekraut bei Beschwerden der chronisch-venösen Infuffizienz (z.B. Schmerzen, Schwellungen und Schweregefühl in den Beinen) und zur unterstützenden Behandlung von Thrombophlebitiden, postthrombotischem Syndrom, Lymphstauungen und Hämorrhoiden genommen.

Äußerlich:

z.B. in Form eines Breiumschlages, bei Prellungen, Verstauchungen und oberflächlichen Blutergüssen. 

Bei Langzeitanwendung wird die Kontrolle der Leberwerte empfohlen (s. Hinweise).

 

Dosierung:

 

Tee:

Ein bis 2 Teelöffel getrocknetes Steinkleekraut wird mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 5 bis 10 Minuten abgeseiht. Bei Venebeschwerden 2 bis 3 Tassen täglich trinken entsprechend 3 bis 30 mg Cumarin.

Breiumschlag:

Getrocknetes Steinkleekraut mit der gleichen Menge heißem Wasser durchfeuchten, in ein Tuch einschlagen und auf die gewünschte Stelle auflegen.

 

Zubereitungen:

 

Steinkleekraut ist Bestandteil einiger innerlich oder äußerlich anzuwendender Venemittel.

 

Hinweise:  

 

  • Nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden!
    Steinkleekraut enthält zwar nur geringe Mengen an Cumarin, ein Einfluss auf die Blutgerinnung bei Mutter und Kind ist jedoch nicht auszuschließen.
  • Nicht in höheren Dosen oder ohne ärztlichen Rat über längere Zeiträume anwenden!
    Bei Langzeitanwendung kann Steinkleekraut die Leber schädigen. Es wird daher empfohlen, die Leberwerte kontrollieren zu lassen. Die Einnahme höherer Dosen kann zu Kopfschmerzen führen.
  • Nicht bei vorgeschädigter Leber oder bei Einnahme anderer möglicherweise leberschädigender Arzneimittel anwenden!
    Fragen sie Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Wechselwirkungen:
    Cumarine können die Blutgerinnung hemmen. Steinkleekraut sollte daher nicht ohne ärztlichen Rat angewendet werden, wenn andere Arzneimittel eingenommen werden, die die Blutgerinnung hemmen (z.B. Aspirin, Marcumar, Knoblauchpräparate, Ginkopräparate).