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Beschreibung - Thymian

Thymian

Der Echte Thymian ist ein bis zu 50 cm hoch wachsender Zwergstrauch mit verholzenden Zweigen, dessen aromatisch duftenden, kleinen Blätter häufig in der Küche als Gewürz verwendet werden. Die Blätter sind unterseits behaart mit eingerollten Rändern. Die kleinen, hellvioletten Blüten des Thymians stehen in Quirlen. 

Je nach Standort und Rasse der Pflanze gibt es verschiedene Typen, die sich in der Zusammensetzung ihres wertbestimmenden Anteils, dem ätherischen Öl, stark voneinander unterscheiden können. Weitere als Gewürz verwendete Arten sind z.B. der Zitronenthymian (T. x citriodorus), der Gemeine Thymian (T. pulegioides) und Sand-Thymian (Z. serpyllum). 

Medizinisch verwendet werden die von den Stängeln abgestreiften Blätter und Blüten des Echten Thymians und des Spanischen Thymians (Thymus zygis L.), wobei für die nach dem Arzneibuch geprüfte Ware ein Mindestgehalt von 1,2 % an ätherischem Öl und 0,5% an Phenolen berechnet als Thymol vorgeschrieben sind.

Steckbrief Thymian

  • Pflanze : Thymus vulgaris L.
  • Familie : Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Herkunft: Die Pflanze ist in Mittel- und Südeuropa, in den Balkanländern und im Kaukasus beheimatet.
  • Synonyme: Gartenthymian, Gemeiner Thymian, Hühnerkohl, Kuttelkraut, Römischer Thymian
  • Stand: 18.09.2006

 

Anwendung:

  

  • Katarrhe der oberen Atemwege
  • Husten, Bronchitis
  • Keuchhusten, Reizhusten
  • Mundschleimhautentzündung
  • Mundgeruch
  • äußerlich: In Form von Bädern bei juckenden Hauterkrankungen

 

Die Wirksamkeit von Thymianzubereitungen bei Atemwegserkrankungen wie Husten, Bronchitis und Erkältungskrankheiten der oberen Atemwege begründet sich hauptsächlich auf Erfahrungswerte. Diese werden gestützt durch Untersuchungen im Laborversuch. Extrakte aus dem Thymiankraut haben sich dabei als schleimlösend, Förderung des Abhustens zähen Schleims und als krampflösend erwiesen, wobei nicht klar ist, welchem einzelnen Inhaltsstoff die jeweilige Wirkung zuzuordnen ist. Wegen der krampflösenden Wirkung können Thymianpräparate auch bei Reizhusten und Keuchhusten zur Linderung der Hustenanfälle eingesetzt werden. 

Der Hauptbestandteil des ätherischen Öls ist das Phenol Thymol, für das eine wachstumshemmende Wirkung auf Pilze, Bakterien und Viren beschrieben ist. Das ätherische Öl besitzt auch eine gute antioxidative Wirkung. 

Äußerlich angewandt wird es in Form von Gurgellösungen als Mittel gegen Entzündungen des Rachens und der Mundschleimhaut. 

Die früher volksmedizinische Verwendung des Thymianöls als Wurmmittel ist wegen der bei der dann erforderlichen Dosierung auftretenden Toxizität heute überholt.

 

Dosierung:

 

Tee:

Ein Teelöfel getrocknetes Thymiankraut (etwa 1,4 g) wird mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergossen, abgedeckt und nach 10 Minuten abgeseiht. Mehrmals täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken.

Fluidextrakt:

Zwei- bis drei mal täglich 0,6 bis 4 ml.

Bäder:

Für ein Vollbad 500 g Thymiankraut in 4 l Wasser aufkochen, abseihen und dem Badewasser zusetzen.

 

Zubereitungen:

 

Thymiankraut ist als Tee, Bestandteil in Teemischungen und vielen Fertigarzneimittel gegen Husten enthalten, aber auch in Mundwässern und in Zubereitungen zur Behandlung von Entzündungen der Mundschleimhaut.

 

Hinweise:

 

  • Heftige Erkältungskrankheiten und Husten bei Säuglingen und Kleinkindern bedürfen immer der ärztlichen Behandlung! 
  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Lippenblütengewächsen! Personen mit bekannter Birkenpollen oder Sellerieallergie sollten ebenfalls Thymianzubereitungen meiden. 
  • Bei länger als einer Woche andauernder oder immer wieder auftretenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden! 
  • Schwangerschaft und Stillzeit:
    Da die Sicherheit und Unbedenklichkeit von Thymianzubereitungen während Schwangerschaft und Stillzeit noch nicht untersucht sind, sollten solche Präparate nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.