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Beschreibung - Waldmeister

Waldmeister

Der in schattigen, feuchten Wäldern bis zu 35 cm hoch wachsende Waldmeister lässt sich leicht an den quirlig angeordneten Blättern erkennen. Die Pflanze blüht Ende April bis Mai und wird dann zur Herstellung von Maibowle verwendet. Der typische Waldmeistergeruch entsteht erst beim Welkvorgang.

Steckbrief Waldmeister

  • Pflanze : Galium odoratum (L.) Scop.
  • Familie : Rötegewächse (Rubiaceae)
  • Herkunft: Vorkommen in Nord- und Mitteleuropa sowie in Sibirien und Nordafrika.
  • Synonyme: Duftlabkraut, Leberkraut
  • Stand: 04.06.2000

Anwendung:

 

Volksmedizinisch zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen, Erkrankungen von Lunge, Magen, Darm, Leber, Galle und Niere, ferner bei Venenerkrankungen. Die Wirksamkeit des Waldmeisters ist wissenschaftlich nicht belegt, daher kann die Anwendung nicht empfohlen werden. 

Beim Trocknungsvorgang entsteht aus dem Glycosid Melilotosid das für den Waldmeistergeruch verantwortliche Cumarin. Cumarin steht im Verdacht bei Langzeitanwendung oder höherer Dosierung Leberschäden auszulösen, daher darf Cumarin seit den 80iger Jahren nicht in der Lebensmittelindustrie verwendet werden. (s.Hinweise) 

Cumarin ist möglicherweise zur Behandlung von Lymphödemen geeignet. 

Vom Cumarin leiten sich stark wirksame Substanzen ab, die zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt werden (4-Hydroxycuamrinderivate). Cumarin selbst hat aber nur einen unwesentlichen Einfluss auf die Blutgerinnung.

 

Dosierung:

 

Keine Empfehlung möglich. 

Zur Zubereitung der Waldmeisterbowle oder Maiwein sollte max. 3 g der frischen Pflanze pro Liter verwendet werden. (s.Hinweise).

 

Zubereitungen:

 

Keine Zubereitungen im Handel.

 

Hinweise:

Bei gelegentlicher Anwendung in normaler Dosierung sind keine Risiken bekannt. 

Die Einnahme hoher Mengen kann akut zu Kopfschmerzen führen. 

Das in der Pflanze durch den Welkvorgang entstehende und für den typischen Waldmeistergeruch verantwortliche Cumarin steht im Verdacht, bei längerer Anwendung Leberschäden verursachen zu können. Dies führte 1981 zum Verbot, Cumarin als Aromastoff Lebensmitteln zuzusetzen. 

Bei Langzeitanwendung ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte erforderlich.