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Beschreibung - Zimtbaum, Echter

Zimtbaum, Echter

Der Echte Zimtbaum, auch Ceylon-Zimtbaum genannt, ist ein 6 bis 12 m hoher, immergrüner Baum mit bis zu 20 cm langen Blättern. Beim Zerreiben riechen die Blätter nelkenartig. Die kleinen, unscheinbaren Blüten sind in Rispen angeordnet, die Frucht ist beerenartig und wird vom Unterkelch bis zur Hälfte eingeschlossen. 
Verwendet werden die Zimtrinde, das ist die vom äußerem Kork und Außenrinde befreite, getrocknete Rinde dünner Zweige und das daraus gewonnene Zimtöl. Je nach Dicke der Rinde und Art der Bearbeitung werden verschiedene Handelssorten unterschieden. In der Lebensmittelindustrie werden auch Zimtrinden anderer Arten verwendet (C. aromaticum = Chinesischer Zimt = Kassia-Zimt, C. burmanii = Padang-Zimt und C. loureirii = Saigon-Zimt).

Steckbrief Zimtbaum, Echter

  • Pflanze : Cinnamomum verum J.S.Presl
  • Familie : Lorbeergewächse (Lauraceae)
  • Herkunft: Beheimatet ist der Zimt in Süd- und Südostasien. Der Hauptimport der Droge kommt aus Sri Lanka. Teilimporte kommen aus Malaysia, Madagaskar und den Seychellen.
  • Synonyme: Ceylon-Zimt, Ceylonischer Zimtbaum, Kaneelbaum, Kanel,Malabar-Zimt
  • Stand: 12.11.2006

 

Anwendung:

 

  • krampfartige Verdauungsbeschwerden
  • Appetitsteigerung
  • Diabetes Typ 2

 

Die Zimtrinde enthält ein als Zimtöl bezeichnetes ätherisches Öl mit Zimtaldehyd als wertbestimmenden Anteil sowie Eugenol, Phenolcarbonsäuren, Gerb- und Schleimstoffe und insekticid wirkende Diterpene. Zimtöl wirkt hemmend auf das Wachstum von Bakterien und Pilzen, innerlich eingenommen wirkt es appetitanregend und motilitätsfördernd, d.h. es beschleunigt die Magen-Darm-Passage. Daher werden Zubereitungen aus der Zimtrinde bei leichten, krampfartigen Verdauungsbeschwerden mit Blähungen, bei Völlegefühl und zur Anregung des Appetits verwendet. In Arzneizubereitungen wird Zimt weniger als Wirkstoff, sondern meist zur Verbesserung des Geschmacks verwendet. 
In einigen Untersuchungen konnte für Zimt ein blutzucker- und cholesterolsenkender Effekt gefunden werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann eine Anwendung jedoch nicht empfohlen werden, da die richtige Dosierung und die Sicherheit einer langdauernden Einnahme noch unbekannt sind (s. Hinweis). 
Gebräuchlich ist auch die Verwendung als Gewürz in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, als Zusatz zu Kaugummis sowie Zahnpasten, Mundwässern, Parfums und Seifen. 
Im Gegensatz zum Ceylon-Zimt enthalten die Zimtrinden anderer Arten, insbesondere jedoch der Kassia-Zimt beträchtliche Mengen Cumarin, das Leberschäden hervorrufen kann. Da aus Kostengründen für industriell hergestellte, zimthaltige Süßwaren häufig der billigere Kassia-Zimt Verwendung findet, besteht ein gesundheitliches Risiko insbesondere für Kleinkinder. Auch die als Nahrungsergänzungsmittel erhältlichen Zimtpräparate können stark mit Cumarin belastet sein (s. Hinweis).

 

 

Dosierung:

 

Tee: 

Ein Teelöffel (etwa 0.5 bis 1g) getrocknete und zerkleinerte Zimtrinde wird mit ca. 150 ml heißem Wasser übergossen, zugedeckt 10 bis 15 Minuten stehen gelassen und abgeseiht. 2 bis 4 mal täglich zur Appetitanregung eine halbe Stunde vor, bei Verdauungsbeschwerden nach dem Essen eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken. 
Die Teebereitung ist nicht sehr gebräuchlich. Zimtöl ist wasserdampfflüchtig, daher sollte der Zimt nicht gekocht werden und beim Ziehen zugedeckt werden, um eine ausreichende Ausbeute zu erhalten.

 

Zimtöl:

Tagesdosis 0.05 bis 0.2 g ätherisches Öl, Zubereitungen entsprechend.

 

Zubereitungen:

 

Zimtrinde bzw. –öl wird vor allem zur Aromatisierung von Lebensmitteln (Getränke, Glühwein, Backwaren, Kaugummi) und als Zusatz zu Kosmetika verwendet. Die Echte Zimtrinde ist auch in einigen Fertigarzneimitteln und Teemischungen zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden enthalten.

 

Hinweise:

 

Nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Zimtaldehyd erwies sich im Tierversuch als teratogen. Schwangere sollten daher zimtreiche Süßspeisen (Milchreis mit Zimt und Zucker, Weihnachtsgebäck, Kaugummis) nur gelegentlich zu sich nehmen. Die Verwendung von Zimtrinde in Mengen, die als Gewürz üblich sind, ist aber unbedenklich.

Zubereitungen und Süßspeisen mit Kassia-Zimt nur gelegentlich und nicht in zu großen Mengen verzehren! Ein gesundheitliches Risiko besteht insbesondere für Kleinkinder.

Kassia-Zimt enthält größere Mengen an Cumarin, das Leberschäden hervorrufen kann. Im Handel erhältliche zimthaltige Süßwaren und Zimtpulver bestehen häufig aus Kassia-Zimt ohne dass dies deklariert werden muss. S. a. www.bfr.bund.de (Bundesinstitut für Risikobewertung)

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Zimt oder Perubalsam!

Zimtöl enthält als mittelstark eingestufte Allergene (Zimtaldehyd, Thymol, Eugenol und Linalool) und kann vor allem bei äußerlicher Anwendung sensibilisierend wirken und Schleimhautentzündungen hervorrufen.

Mit Vorsicht anwenden bei bestehender Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes!

In höheren Dosen wirkt die Zimtrinde erregend auf die Darm-, Herz- und Atemtätigkeit sowie der Schweißsekretion. Eine negative Auswirkung auf bestehende Herz-Kreislauferkrankungen kann daher bei der Verwendung von Zimtrinde als Arzneimittel nicht ausgeschlossen werden. 
Zimtrinde kann die Empfindlichkeit gegenüber Insulin erhöhen. Diabetes ist eine ernste Erkrankung, die nicht im Rahmen einer Selbstmedikation behandelt werden sollte. Nahrungsergänzungsmittel aus Zimtrinde sind nicht empfehlenswert, da eine positive Wirkung nicht gesichert ist und eine gesundheitliches Risiko durch das enthaltene Cumarin nicht ausgeschlossen werden kann. S.a. www.bfr.bund.de (Bundesinstitut für Risikobewertung).

Bei akuten Beschwerden die länger als eine Woche andauern oder periodisch wiederkehren, ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich!