Das neue Heilpflanzen-Lexikon - über 235 Monographien aktualisiert

Beschreibung - Zwiebel

Zwiebel

Die ausnahmslos in Kulturen angebaute Zwiebel kommt in verschiedenen Sorten vor und ist eine ausdauernde oder zweijährige, 60 bis 120 cm hoch wachsende Pflanze. Sie bildet einen blütentragenden Schaft, der länger als die röhrenförmigen Blätter sind. Die weißen oder hellvioletten Blüten stehen mit oder ohne Brutzwiebeln in einer kugeligen Scheindolde. Die trockenen äußeren Häute der Zwiebelsorten unterscheiden sich in ihrer Farbe und können weiß, bräunlich-gelb oder rot sein. Verwendet werden die frischen oder getrockneten, dick und fleischig gewordenen Blattscheiden und –ansätze und dienen als Nahrungsmittel, Gemüse und Gewürz.

Steckbrief Zwiebel

  • Pflanze : Allium cepa L.
  • Familie : Lauchgewächse (Alliaceae)
  • Herkunft: Ursprünglich stammt die Zwiebel aus Mittelasien, mittlerweile wird sie weltweit angebaut.
  • Synonyme: Bolle, Hauszwiebel, Küchenzwiebel, Sommerzwiebel, Speisezwiebel, Zipolle, Zippel
  • Stand: 13.11.2004

 

Anwendung:

 

  • Vorbeugende Behandlung altersbedingter Gefäßerkrankungen (Artheriosklerose)
  • Appetitlosigkeit
  • Husten, Bronchitis
  • Insektenstiche, Blutergüsse (äußerlich)
  • Osteoporose

 Die Zwiebel enthält ähnlich wie die anderen Allium-Arten Knoblauch und Bärlauch schwefelhaltige Verbindungen, die beim Zerkleinern der Zwiebel enzymatisch zersetzt werden. Bei der Zwiebel entstehen u.a. Propanthial-S-Oxide, die den „Tränenfaktor“ ausmachen. Es werden ähnliche Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, wenn auch in schwächeren Ausmaß vermutet, wie sie beim Knoblauch beobachtet wurden (s. Knoblauch).

So wurden antimikrobielle, Blutfettwerte senkende, blutgerinnungshemmende und Blutzucker senkende Eigenschaften beobachtet. In einigen epidemiologischen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass sich eine zwiebelreiche Ernährung ähnlich wie Knoblauch das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken, senkt.

Die Zwiebel besitzt jedoch ein größeres Spektrum an Sekundärstoffen als der Knoblauch, die u.a. auch für die je nach Zubereitungsart unterschiedliche Geschmacksrichtungen verantwortlich sind. Geröstete Zwiebeln schmecken süßlich, getrocknetes Zwiebelpulver knoblauchähnlich, gekochte Zwiebeln liegen geschmacklich dazwischen. Vor allem gelbschalige Sorten sehr reich an dem Flavonoid Quercetin, dem starke antioxidative Eigenschaften zugeschrieben werden. Weiterhin enthalten Zwiebeln Kohlenhydrate.

Der Saft frischer Zwiebeln ist ein altes Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten und Husten. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich durch fermentierten Zwiebelsaft eine allergisch bedingte Reaktionen der Atemwege (Asthma) bessern lässt. Inwieweit diese Beobachtung therapeutisch nutzbar ist, steht noch offen. Ebenso wurde im Tierversuch eine Wirkung gegen Osteoporose gefunden, was aber ebenfalls noch weiterer Abklärung bedarf. Frischer Zwiebelsaft soll, auf die Haut aufgetragen, bei Insektenstichen helfen. 

 

Dosierung:

 

Für eine therapeutische Anwendung wird empfohlen, Zwiebeln roh und zerkleinert einzunehmen.

  • Tagesdosis frische Zwiebel: 50 g
  • Tagesdosis getrocknete Zwiebel: 20 g
  • Zwiebelsirup:
    500g zerkleinerte Zwiebeln werden mit einem halben Liter Wasser, 100 g Honig und 350 g Zucker zu einem Sirup gekocht. 4 bis 5 Esslöffel täglich einnehmen.
  • Äußerlich:
    Insektenstiche mit Zwiebelsaft einreiben.

 

Zubereitungen:

 

Im Handel sind homöopathische Zubereitungen und Salben zur Narbebehandlung erhältlich sowie einige Präparate zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßerkrankungen.

 

Hinweise:

Die Zwiebel wird weltweit als Gemüse oder Gewürz geschätzt, somit ist die Verträglichkeit gut dokumentiert. Rohe Zwiebeln können bei empfindlichen Personen Magenunverträglichkeiten oder Sodbrennen bewirken. Bei Neigung zu Magenbeschwerden sowie bei Magen- oder Darmgeschwüren sollten daher keine rohen Zwiebeln gegessen werden. Gekochte oder gebratene Zwiebeln können zu Blähungen führen. In einzelnen Fällen sind allergische Reaktionen bekannt. Vor allem in frischen Zwiebeln wurde Diphenylamin gefunden, das nach langdauernder Anwendung im Tierversuch zur Zystenbildung der Niere führte. Inwieweit diese Substanz genuin in der Pflanze vorkommt oder einen Rückstand aus Pestizidbehandlungen darstellt, ist nicht bekannt. Beim Menschen wurde bisher noch keine solchen Nierenveränderung nach langdauerndem Zwiebelkonsum beobachtet. Trotzdem wird empfohlen, bei Anwendung über längere Zeit, nicht mehr als 100 g pro Tag einzunehmen.