 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Aktuell:
236 Monographien |
|
|
| Bitte beachten Sie, dass sich die Inhalte des Lexikons ändern
können, wenn neue Informationen über einzelne Pflanzen
bekannt werden! |
| |
|
|
|
|
|
Ähnlich wie das Cholesterol für tierischen Zellen, stellen Phytosterine wichtige Bestandteile der Zellmembranen pflanzlicher Zellen dar, wobei besonders fettreiche Pflanzenteile wie z.B. Samen reich an diesen Verbindungen sind. Sie liegen in freier Form, aber auch gebunden an Fettsäuren oder als Glycoside oder Acylglycoside vor. Mit der Nahrung nimmt man sie vor allem durch Verzehr pflanzlicher Öle auf, wobei am wertvollsten die nativen also nicht raffinierten Öle sind.
Da Phytosterole den Cholesterolspiegel senken können, werden sie z.B einigen Margarinen zugesetzt und als sog. "functional food" in den Handel gebracht. |
|
| Die Phytosterine unterscheiden sich vom Cholesterol (C-27-Körper) durch eine zusätzliche Methyl- oder Ethylseitenkette an C-24 und besitzen daher ein oder zwei Kohlenstoffatome mehr. Als bekanntester und auch häufigster Vertreter kommt das beta-Sitosterol vor, das an C-24 eine Ethylseitenkette trägt. Stigmasterol besitzt zusätzlich eine Doppelbindung zwischen C-22 und C-23, während Sitostanol auch im Grundgerüst keine Doppelbindung besitzt. Campesterol unterscheidet sich von beta-Sitosterol indem es anstelle der Ethyl- eine Methylgruppe trägt. |
|
|
|
Beta-Sitosterol wird in niedrigeren Dosierungen (mg-Bereich) zur symptomatischen Behandlung einer beginnenden benignen Prostatahyperplasie und in höherer Dosierung (g-Bereich) als cholesterol-senkendes Arzneimittel verwendet. Die Wirkprinzipien sind noch weitgehend unbekannt, der Einsatz begründet sich hauptsächlich auf die Erfahrungsmedizin. Diskutiert werden hormonartige Effekte (estrogenartig) und die Hemmung der Prostaglandinsynthese.
Warum Phytosterine in niedriger Dosierung subjektive Beschwerden bei Protataleiden lindern, scheint verwunderlich, da diese Stoffe doch auch durch die Nahrung aufgenommen werden. Möglicherweise sind aber Begleitstoffe in den Pflanzenauszügen an der Wirkung beteiligt. Eine Beeinflussung des Wachstums des Prostatagewebes ist allerdings durch diese Substanzen nicht möglich.
Phytosterine sollen auch vorbeugend gegen Dickdarmkrebs wirken.
Personen, die mit der seltenen Erbkrankheit Phytosterinämie behaftet sind, können Phytosterine nur schwer ausscheiden und sollten diese Verbindung meiden.
Ob durch den Verzehr phytosterinreicher Margerinen ein erhöhter Cholesterolspiegel im Blut wirksam gesenkt werden kann, ist bisher noch nicht ausreichend untersucht. Bekannt ist aber, dass dadurch die Aufnahme von Carotinoiden aus Nahrungsmitteln behindert werden kann. |
|
|
|
Neben dem Vorkommen der Phytosterine in natürlichen Ölen, wie z.B. Soja-, Sonnenblumen- und Sesamöl, sind sie auch in Heilpflanzen zur Behandlung einer beginnenden benignen Prostatahyperplasie enthalten.
|
|
|
|
|
|
| ß-Sitosterol, Sitosterolin |
Norlignane |
Hypoxiswurzel |
|
|
|
|
|
| Sterole |
Proteine |
Blütenpollenextrakte aus Roggen, Wiesenlieschen, Mais mit Aceton/Wasser |
|
|
|
Bernhard Watzl, Gerhard Rechkemmer:
Phytosterine Ernährungs-Umschau 48(2001) Heft 4
Gunter Metz:
Phytamine - Pflanzliche Nahrung zur Prävention PZ-Schriftenreihe Nr. 13
(2001), Govi Verlag
Georg Schiller, Karl Hiller:
Arzneidrogen, 4. Aufl. 1999, Spektrum Akademischer Verlag
Hager ROM 2002, Springer Verlag
|
|
|
|